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Israel Studienreise

CGW Pastoren mit an Bord


Ein Erlebnisbericht

Acht Tage lange durfte ich zusammen mit 58 anderen Kollegen, Kolleginnen und den Reiseleitern das Heilige Land besuchen. In dieser kurzen Zeit haben wir Beduinen besucht, einen Scheich getroffen, sind auf Kamelen geritten, haben mit israelischen Soldaten gesprochen, Messianische Juden, palästinensische Christen und eine deutsche Journalistin, die in Jerusalem lebt, kennen gelernt. Schon alleine diese Begegnungen waren absolute Highlights für mich und ich durfte die Vielfalt dieses Landes entdecken.

 

Ein Land, das etwa so groß ist wie das Bundesland Hessen, aber so unterschiedliche Vegetation widerspiegelt, dass man das Gefühl hat in verschiedenen Ländern unterwegs zu sein. Ich wanderte durch die Wüste Negev, war am Toten Meer (mit obligatorischem „auf dem Wasser treiben lassen“), durfte an der Grenze zu Libanon bei dem Kibbuz „Misgav Am“ Soldaten kennen lernen und die Spannung zum Nachbarland innerhalb Israels spüren. Beispielsweise war mir nicht bewusst, dass Bethlehem eine palästinensische Stadt ist, in die bis vor kurzem noch nicht einmal ein israelischer Bus hineinfahren durfte. Wären wir ein paar Monate früher in Bethlehem gewesen, hätten wir von unserem israelischen Bus in einen palästinensischen Bus umsteigen müssen. Jetzt scheint es etwas entschärft zu sein, so dass wir mit unserem Bus hineinfahren durften. Aber bereits an dieser Kleinigkeit merkt man wie empfindlich dieser „Frieden“ ist.

 

Die größte Spannung zwischen Israelis und Palästinensern empfand ich persönlich, als wir die biblische Stadt Shilo besuchten. Dort konnten wir die Ausgrabungsstätte sehen, an der lange Zeit die Stiftshütte mit der Bundeslade stand. Während ich die Gegend erkundetet stellte ich fest, dass diese israelische Siedlung von palästinensischen Siedlungen umgeben war. Von beiden Seiten schallte gleichzeitig der Muezzin-Ruf über die jüdische Ausgrabungsstätte. Als wir weiterfuhren, kam ein gepanzerter Schulbus an uns vorbei, der die israelischen Schüler von der Schule nach Hause fuhr. Auf der anderen Seite hat uns in Bethlehem ein palästinensischer Christ durch die verschiedenen Orte geführt und dabei vieles erklärt. Wir durften den Leiter einer großen messianisch-jüdischen Gemeinde kennen lernen und auf der anderen Seite christliche Araber in Bethlehem, die dort eine christliche Tagesstätte aufgebaut haben. Es ist wirklich ein „spannungsreiches“ Land, dass nach meiner Überzeugung auch in Zukunft die Blicke der Welt auf sich ziehen wird.

 

An den letzten beiden Tagen waren wir in Jerusalem unterwegs. Vom Garten Gethsemane durch die verschiedenen Viertel in der Stadt bis zur Klagemauer. Auch hier konnte man die interreligiösen Spannungen geradezu spüren. Juden, messianische Juden, Christen, Muslime, Mormonen... Es sind einfach so viele Eindrücke, die sich nicht in ein paar Worten zusammenfassen lassen. Ich kann nur jedem empfehlen Israel einmal zu bereisen. Es ist ein heiliges Land und wahrscheinlich gerade deshalb so umkämpft.

Beeindruckt war ich auch von der Haltung gegenüber den Deutschen. Einer unserer Leiter sagt, dass jeder Israelit, der etwas von sich hält und eine Fremdsprache lernen möchte, als erstes die deutsche Sprache lernt. Deutsch ist scheinbar, nach der eigenen Muttersprache, die beliebteste Sprache des Landes. Kaum vorstellbar. Und doch freuen sich Israeliten scheinbar am meisten über deutsche Besucher und ihrer Sprache.

 

Zusammenfassend kann ich sagen: Es war sicherlich nicht das letzte Mal, dass ich dieses beeindruckende, schöne und heilige Land besucht habe. Das nächste Mal aber hoffentlich mit etwas mehr Zeit um mich stärker auf den jeweiligen Ort und die jeweiligen Begegnungen einlassen zu können.

Autor: Oliver Ohler, Pastor der Ev. Chrischona-Gemeinde Freiburg