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07.08.2016 14:03 Alter: 1 year
Kategorie: Gemeinden
Von: Esther Schanz, Pastorin Ev. Stadtmission Prenzlau

Eingetaucht

Prenzlau: Kleine Gemeinde erlebt Wunderbares


Sturmstillung im Sinnenpark „Menschen begegnen Jesus“

Im Sinnenpark tauchen die Besucher in einige biblische Geschichte ein, zum Beispiel erleben sie Jesu Sturmstillung auf dem See Genezareth.

Roter Teppich im Sinnenpark

Der Start und das Ende des Sinnenparks „Menschen begegnen Jesus“ ist ein Roter Teppich.

Hochzeit in Kana im Sinnenpark

Bei der Hochzeit in Kana verwandelte Jesus Wasser in Wein.

Im Sinnenpark „Menschen begegnen Jesus“ erfahren Besucher auf kreative Weise mehr über Jesus. Esther Schanz, Pastorin der evangelischen Stadtmission Prenzlau, hat den Sinnenpark in der Marienkirche Prenzlau mitorganisiert und macht anderen Gemeinden Mut, die Aktion selbst durchzuführen.

Großes Projekt trotz kleiner Gemeinde

Die Opens external link in new windowevangelische Stadtmission Prenzlau ist eine kleine Gemeinde mit knapp 20 Mitgliedern im Nordosten der Republik. Zu dem Zeitpunkt als das Thema „Sinnenpark“ aufkam, hatten wir mal wieder eine monatliche Unterdeckung von 500 Euro und Schwierigkeiten, unsere Sonntagmorgen mit Musik, Gottesdienstmoderation, Kinderdienst, Kirchenkaffee abzudecken. Also eigentlich kein Ausgangspunkt, um große Events in der Stadt zu wagen.
Und doch haben wir in diesem Sommer ein großes Projekt durchgeführt – und zwar gemeinsam mit den anderen Kirchen und Gemeinden von Prenzlau. Innerhalb von drei Wochen haben wir mehr als 60 Gruppen durch eine Ausstellung in der zentralen Stadtkirche geführt. Mehr als 1000 Menschen – darunter auch völlig gemeindeferne – haben 50 Minuten lang die zentralen Jesus-Geschichten gehört und erlebt.

Roter Teppich

Sinnenpark ist eine Idee aus der badischen Landeskirche. Diakon Lutz Barth hat Ideen für Multimedia-Ausstellungen entwickelt, die den Menschen von heute helfen, mit allen Sinnen einzutauchen in biblische Themen und Geschichten. So zum Beispiel mit dem Ostergarten in die Passions- und Ostergeschichte. Wir in Prenzlau hatten mit „Menschen begegnen Jesus“ eine Ausstellung, die die zentralen Geschichten aus dem Leben Jesu präsentierte.
Es beginnt und es endete mit einem roten Teppich: Jesus ist nämlich ein richtiger VIP – allerdings ohne Bodyguards und Absperrgitter. Während die Besucher in der Zimmermannswerkstatt von Josef verweilen, Zaungäste bei der Taufe am Jordan und in der Synagoge von Nazareth sind, wird immer mehr deutlich: Sie sind es – jeder einzelne der Besucher – die Gott ganz besonders am Herzen liegen, der rote Teppich ist für sie.

Von der Hochzeit in Kana zur Sturmstillung

Fröhliche Musik lockt die Besuchergruppe zur Hochzeitsfeier in Kana. Trockenfrüchte und Fladenbrot gibt es zu Naschen, Traubensaft in kleinen Tongefäßen, während das Hörspiel vom Weinwunder läuft. Dass Gott keine Spaßbremse ist, uns nicht nur ein bisschen Freude gönnt wird überdeutlich, wenn man die großen Weinfässer betrachtet und sich überlegt, dass Jesus diese Hochzeit so großzügig versorgt hat.
Action ist am See Genezareth geboten, da braut sich nämlich ein richtiges Gewitter über dem See zusammen, Gebläse simuliert Wind, der die Wellen-Stoffe zum Flattern bringt, Blitze zucken, während man die aufgeregten Jünger auf dem See hört. „Was für eine spannende Geschichte!“, rief ein kleiner Junge nach der Sturmstillung – er war sehr beeindruckt. Dass wir nicht ins Bodenlose fallen, wenn die Lebensstürme über uns losbrechen, verdeutlichte eine riesige Hand Gottes am Boden und die Besucher waren eingeladen, symbolisch eine kleine Figur in diese Hand abzulegen.

Begeisterte Besucher

Viele Schulklassen haben die Ausstellung an den Vormittagen gesehen, dabei waren auch einige Ethik-Klassen, also Kinder und Jugendliche, die sonst mit den Jesus-Geschichten eher nicht in Berührung kommen. Einzelne Kinder waren danach noch mehrmals mit Papa oder Mama in der Ausstellung, weil sie nicht genug bekommen konnten.
Neben Gemeindegruppen führten wir manchmal auch ganz gemeindefremde Menschen. So hat ein Mann aus unserer Gemeinde den Mut gefasst, in seiner Maßnahme, die er vom Amt aus besuchen muss, sehr originell zur Ausstellung einzuladen: „Das ist gemacht wie eine Geisterbahn mit verschiedenen Räumen, da gibt es dann in jedem Raum Theater … und wenn ihr durch seid, dann seid ihr vielleicht alle gläubig!?“. Seine Leute waren nicht abgeneigt und so buchte er eine Führung für sie. Kaum einer dieser Männer und Frauen zwischen 18 und 50 war schon in einer Kirche gewesen, sie bestaunten zunächst die Ausmaße der Marienkirche und ließen sich dann vorbehaltlos und begeistert auf die Darbietung der Jesus-Geschichten ein. Sehr zum Erstaunen ihres Kollegen legten diese Nicht-Religiösen Menschen jeder eine Figur in die große Hand Gottes und im Raum der Stille wollte jeder Sorgen und Wünsche notieren und in die Gebetsbox stecken. So ein Angebot sollte man öfters haben, war das Fazit – und so einen mutigen, kreativen Brückenbauer … Das mit der Geisterbahn war keine schlechte Idee, um zu beschreiben, wie die Ausstellung funktioniert, oder?

Sinnenpark lohnt sich!

Die ehrenamtlichen Reiseleiter selbst waren selbst immer wieder neu berührt von der Botschaft, die sie weitergeben durften. Und sie waren dankbar, dass sie mit dieser Ausstellung und ihrem Material ganz einfach die Botschaft von Jesus weitersagen konnten.
Am Ende hat sich aller Einsatz an Zeit, Kraft und Finanzen gelohnt. Und keine Gemeinde hätte es alleine stemmen können. So ein Sinnenpark ist wirklich zu empfehlen, um Menschen aus der Umgebung mit den Jesus-Geschichten zu erreichen. Reiner Straßheim hat mit Opens external link in new windowSinnenpark „mobil“ eine Möglichkeit geschaffen, dass auch kleine und wenig finanzkräftige Gemeinden solch ein Projekt wagen können. Ich möchte herzlich Mut dazu machen.


Dateien:
Flyer: Sinnenpark „Menschen begegnen Jesus“ in Prenzlau8,28 Mi