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15.09.2017 17:53 Alter: 37 days
Kategorie: Gemeinden
Von: Matthias Rupp

Ein Mensch macht vielerlei Pläne…

Berufung eines Gemeinschaftspastors: Südafrika / Schwäbische Alb


Familie Rupp

Als Ehepaar haben wir in den letzten sieben Jahren viel Veränderung erlebt. Studium am Theologischen Seminar St. Chrischona. Auslandspraktikum in England. Weitere Umzüge innerhalb des Chrischona Campus. Drei Kinder in fünf Jahren. Viele Umbrüche, viel Freud und Leid.

Doch die letzte große Veränderung war – sagen wir mal – besonders „ungeplant“: Nach dem Studium wollten wir mit der Missionsorganisation OM nach Südafrika ausreisen, um dort einen Lehr- und Trainingsdienst für junge Leute aus aller Welt zu beginnen. Als wir in den letzten Zügen der monatelangen Vorbereitung lagen, unsere älteste Tochter schon an der Schule in SA angemeldet war und wir schon einen „Alles-Muss-Raus-Flohmarkt“ veranstaltet hatten, kam die Nachricht: unser Visumsantrag wurde abgelehnt. Einreise verwehrt. Obwohl wir im Vorfeld von verschiedenen Seiten schon gehört hatten, es könne mit der Einreise schwierig werden, traf es uns hart. Die für uns letzte Bestätigung für unsere Ausreise fehlte. Was nun?

Im Chrischona Gemeinschaftswerk CGW kennt man ja Südafrika gut und weiß wie es gehen kann. Wir hatten schon im Vorfeld über einen eventuellen „Plan B“ gesprochen, so dass wir recht schnell ins Gespräch kamen über einen Dienst in einer Gemeinde in Deutschland. Bei jedem Schritt im Bewerbungsprozess verspürten wir einen Frieden, auch wenn die Seele manches Mal noch etwas hinterher hinkt(e).

So kam es nun zustande, dass wir statt in Südafrika in Altheim auf der Schwäbischen Alb dienen. Das könnte man eine starke Veränderung des Dienstkontextes nennen. Aber ein Missionar muss ja höchst flexibel und anpassungsfähig sein… und auf der Alb gibt es ja schließlich auch eine neue Sprache und Kultur kennenzulernen. Die ersten Begegnungen waren vielversprechend und wir freuen uns nun hier auf das Leben im Dorf, neue Beziehungen und den Diensteinstieg.

Das „ungeplant“ zu Beginn habe in bewusst in Anführungszeichen gesetzt. Von uns aus war das zwar nicht geplant, doch dieser Plan B ist nun zu unserem Plan A geworden. Oder war er immer schon Plan A? Das mag im Hörsaal weiter diskutiert werden. Für uns steht fest: Wir glauben, dass Gott uns diesen Weg nicht umsonst hat gehen lassen und sind überzeugt, dass Altheim der Ort ist, an dem er uns zurzeit haben möchte.

Durch diesen ganzen Veränderungsprozess hindurch begleitet mich der Vers: „Ein Mensch macht vielerlei Pläne in seinem Herzen, aber der Ratschluss des HERRN hat Bestand.“ (Spr 19,21). Was sich auch verändern mag – sei’s zum Guten oder zum Schlechten (ungeplant, unerwartet, unerwünscht, unvorhergesehen) – eines bleibt und ist gewiss: unser mächtiger Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl! Ihm dürfen wir unsere Wege anbefehlen und auf ihn allein sollen wir hoffen (Psalm 37 + Lied: „Befiehl du deine Wege“).