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27.06.2018 18:30 Alter: 21 days
Kategorie: Gemeinden

Die Gemeinde mit eigener App

Zwischenbilanz aus Oppenheim


Vor gut einem Jahr veröffentlichte die Öffnet externen Link in neuem FensterEv. Stadtmission Oppenheim ihre eigene App. Ohne großen Aufwand erscheinen alle wichtigen Infos, die auf der Facebook-Seite der Gemeinde gepostet werden, direkt auf den Handys der Gemeindeglieder. Wie hat sich dieser neue Informationsfluss im Laufe des Jahres entwickelt und wie kommt die App an? Wir fragen Michael Schwantge, Gemeinschaftspastor in Oppenheim.

 

Michael, was hattest Du Dir vor einem Jahr von der Gemeinde App versprochen?

Recht simpel: Die Möglichkeit, auf dem Smartphone Infos direkt zu erhalten.
Wir veröffentlichen Informationen und Flyer zu bevorstehenden, aber auch Fotos von vergangenen Veranstaltungen auf unserer Facebookseite, über Mailverteiler, auf der Homepage oder im Gemeindebrief. Viele Medien sind natürlich davon abhängig, dass die Nutzer zur richtigen Zeit ins richtige Medium schauen oder es griffbereit haben (Facebook, Mail, Gemeindebrief…).
Die App ermöglicht es, eine Info durch die sogenannte Push-Nachricht-Funktion unmittelbar auf das Smartphone zu erhalten. Zudem kann über die App auch auf die Audioaufnahmen unserer Predigten zugegriffen werden, ideal für Autofahrten oder Spaziergänge.
Die Anteilnahme am Gemeindeleben wird so über Smartphone nochmals einen Schritt weitergeführt: Ich bin zwar grad vielleicht 500 Kilometer weit weg im Urlaub oder auf Geschäftsreise, bekomme aber dennoch direkt auf dem Smartphone mit, was in „meiner“ Gemeinde gerade läuft.

 

Wie kommt die App bei den Gemeindemitgliedern an? Sind alle anderen dadurch außen vor, was Gemeindeinfos anbelangt? Welche Angebote werden gepostet?

Wir haben aktuell etwa 70 aktive Nutzer und im zweiten Quartal dieses Jahres rund 570 App-Starts zu verzeichnen. Bei etwa 100 Gottesdienstbesuchern (Kinder nicht einberechnet) finde ich das erfreulich, auch wenn man bedenkt, dass sicher nicht alle Senioren in der Welt der Apps zuhause sind.
Auch in Bewertungen der App-Stores kann man z.B. lesen: „Nicht vor Ort, trotzdem dabei“, „Immer auf dem Laufenden“ oder „Aktuell. Pfiffig. Ich bin begeistert“.
Die App ersetzt keine Emails, die Homepage oder den Gemeindebrief. Flyer oder Informationen zu Veranstaltungen veröffentlichen wir natürlich weiterhin über diese Kommunikationswege. Kurze Rückblicke auf Veranstaltungen (oft in Bilderform), kurzfristige Erinnerungen („Nicht vergessen: Heute Abend…“) oder Updates („Der Umbau ging heute wieder voran…“) gibt es jedoch meist tatsächlich nur über Facebook/App.
Vermutlich liegt das irgendwie in der Natur der Sache. Ich verschicke während oder kurz nach einer Veranstaltung vom Smartphone aus nicht unbedingt Bilder als Anhang per E-Mail an 70 Personen. Aber über die App ein paar Bilder mit einem kurzen Kommentar hochzuladen, entspricht nun mal dem Social-Media-Verhalten (siehe WhatsApp, Facebook, Instagram usw.) unserer Zeit.

 

Sollten anderen Gemeinden auch eine solche App einführen wollen: Wie funktioniert das? Welche Kenntnisse sind nötig? Mit wie viel Aufwand muss man rechnen?

Grundsätzlich: Es ist einfacher, als es sich vielleicht zunächst anhört.
Wir nutzen ein kostenloses Angebot der Öffnet externen Link in neuem FensterTobit Software AG (www.chayns.net). Im Rahmen eines sehr einfach zu bedienenden „Baukastensystems“ fügte ich ohne Programmierungskenntnisse unsere gewünschten App-Inhalte in eine Homepage ein. Um es möglichst einfach zu halten, sind manche Tabs, zum Beispiel die Möglichkeit auf die Predigten zuzugreifen, schlich mit der entsprechenden Seite unserer Homepage verlinkt. Die eigentliche App erstellte dann die Tobit Software AG. Und seitdem ist die App „Evangelische Stadtmission Oppenheim“ im Google-Play-, und Apple-App-Store als kostenloser Download verfügbar.
Die App lässt sich mit anderen Diensten wie z.B. Facebook und Instagram verknüpfen, so dass Beiträge auf Facebook automatisch in die App oder Beiträge in der App automatisch auch auf Facebook erscheinen. Wer also sowieso eine Facebookseite betreibt (war bei uns Voraussetzung für die App-Generierung), hat mit der „Pflege“ der App kaum Mehraufwand.
Trotz App muss ich abschließend eines sagen: Im echten Leben dabei zu sein, ist immer noch am besten